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Kirche auf der Bundesgartenschau 2011

Aktuelles

 

Wegen der Bombenentschärfung in Koblenz fällt der Evensong am 4. Dezember aus! Der nächste Termin ist am 1. Januar in der Basilka St. Kastor um 19 Uhr.

 

Koblenzer Evensong geht auch nach der BUGA weiter

Auch nach dem Ende der Bundesgartenschau in Koblenz wird der „Evensong“ fortgesetzt. „Der unglaubliche Erfolg dieses musikalischen Abendgebets hat uns dazu bewegt, die ökumenische Veranstaltung weiterzuführen“, sagt „Kirche auf der BUGA“- Projektleiter Kalle Grundmann. Zukünftig findet der Koblenzer Evensong jeden ersten Sonntag im Monat statt: in den Wintermonaten um 17 Uhr in der katholischen Basilika St. Kastor, in den Sommermonaten um
19 Uhr in der evangelischen Florinskirche.

Der erste Termin des Evensongs nach der BUGA ist am Sonntag, 6. November um 17 Uhr in der Basilika St. Kastor. Liturgen sind der katholische Pfarrer Peter Bleeser und der evangelische Pfarrer und „Kirche auf der BUGA“- Projektleiter Sven Dreiser. Es singt der Jugendkammerchor der Liebfrauenkirche Koblenz unter der Leitung von Regionalkantor Manfred Faig. Weitere Termine des Evensongs in St. Kastor sind (jeweils sonntags) der 4. Dezember, 1. Januar, 5. Februar, 4. März und 1. April. Termine in der Florinskirche sind der 6. Mai, 3. Juni, 1. Juli, 5. August, 2. September und 7. Oktober 2012.

Der Koblenzer Evensong war einer der größten Erfolge des ökumenischen Projekts „Kirche auf der BUGA“. Insgesamt 32 Mal wurde er in der Basilika St. Kastor angeboten. „Und jedes Mal hat sich die Besucherzahl gesteigert“, erklärt Grundmann. Am Ende sei die Basilika St. Kastor sogar zu klein gewesen für alle Interessierten. „Das war schon sehr bewegend“, sagt Grundmann weiter. „Und auch ein großer Erfolg für die Ökumene.“

Der Koblenzer Evensong lehnt sich an die Tradition der gleichnamigen Gottesdienstform in der anglikanischen Kirche an. Das musikalische Abendgebet bietet seinen Besucherinnen und Besuchern neben einem geistlichen Impuls vor allem viel Chormusik, aber auch Stille zum Nachdenken. Der Evensong wird gestaltet von verschiedenen Chören aus Koblenz und der Region. Weitere Informationen gibt es bei der Fachstelle Kirchenmusik Koblenz, Tel.: 0261-963558-15, E-Mail: kirchenmusik.koblenz@bistum-trier.de.
 


16. Oktober

Ökumenischer Gottesdienst zum Abschluss von „Kirche auf der BUGA“

Mit einem von Freude und Dankbarkeit geprägten und von viel Applaus begleiteten ökumenischen Gottesdienst ist am 16. Oktober das Projekt „Kirche auf der BUGA 2011“ und die Bundesgartenschau in Koblenz zu Ende gegangen. „Wir wollen diese wunderschöne BUGA beschließen, in dem wir Gott für diese Zeit danken“, sagte der katholische Projektleiter, Pastoralreferent Kalle Grundmann. Er dankte den Zelebranten, Vizepräses Petra Bosse-Huber von der Evangelischen Kirche im Rheinland, und Weihbischof Jörg Michael Peters aus Trier, für ihr Kommen: „Es hat uns viel Rückenwind gegeben, dass die Kirchenleitungen hinter uns stehen und gut finden, was hier bei ‚Kirche auf der BUGA’ alles passiert ist.“

Feierten voll Freude und Dankbarkeit den Abschluss-Gottesdienst: Sven Dreiser, Kalle Grundmann, Vizepräses Petra Bosse-Huber und Weihbischof Jörg Michael Peters (vlnr)

„felsenfest wandelweise“ –das Leitwort des Kirchenprojektes und das BUGA-Motto „Koblenz verwandelt“ griffen sechs Frauen und Männer in ihren Zeugnissen auf, die sie vom Kirchenprojekt und der Gartenschau gaben. Da erklärte BUGA-Geschäftsführer Hanspeter Faas, die Gartenschau könne nicht nur eine Stadt, sondern auch Köpfe verwandeln. Gärtnermeister Andreas Thielen berichtete von seinen Zweifeln, ob er den Anforderungen gerecht werden könnte – aber auch von dem schönen Gefühl, als Besucher zu ihm kamen und ihm für seine Arbeit dankten. „Ein Lächeln baut Brücken“, gab Theresa Gabriel-Krause, Mitarbeiterin an der Gondelstation, den über 1.000 Gottesdienstbesuchern mit. Und Johanna Bocklet vom Land Rheinland-Pfalz sagte: „Die BUGA hat uns verwandelt. Aus Anspannung wurde Stolz, aus Kollegen Freunden.“ Für Ulrike Bausch vom ehrenamtlichen Besucherdienst hat die BUGA-Zeit gezeigt, dass Menschen egal welchen Alters oder welcher Religion „Orte der Ruhe, des Gebets und des Gesprächs und auch Zuhörer“ brauchen. Und Werner Sowitzki, Besitzer einer Dauerkarte, sagte, die Erwartungen der Besucher seien übertroffen worden, sie hätten „eine geballte Ladung Schöpfung, umgesetzt von Menschen“ erlebt. „Das kirchliche Angebot ist uns zu einem beglückenden Angebot geworden – das war gelebte Ökumene pur“, erklärte er unter dem Beifall der Gottesdienstbesucher.

Weihbischof Peters sagte, er könne verstehen, dass die Gefühlslage der Menschen gemischt sei, wenn die BUGA nun ihre Pforten schließe. Gleichzeitig sei man dankbar und stolz, „dass es so gut geworden ist“. Jeder könne sehen, dass die BUGA Koblenz verwandelt habe. Die „Freude an der Natur, die wir als Gottes Schöpfung begreifen, als Geschenk an uns“, habe die vielen Besucherinnen und Besucher gelockt. Er dankte für die Zeugnisse, an ihnen habe man gesehen, dass auch die Menschen verwandelt worden seien. Die BUGA sei „Ort und Anlass für Begegnung und Austausch“ gewesen durch das Meer von Blumen, die Gartenarchitektur, die kulturellen Angebote und nicht zuletzt durch die Angebote von „Kirche auf der BUGA“. Das Projekt sei ein „starkes Zeugnis eines echten und ehrlich gemeinten ökumenischen Miteinanders“, nicht nur für Koblenz und Umgebung, nicht nur für das Bistum Trier und die evangelische Landeskirche, nicht nur für die Beteiligten, sondern weit darüber hinaus. „Das Beste unseres Glaubens entsteht dort, wo wir miteinander leben, wo sich der eine vom anderen berühren lässt, wo wir – ganz menschlich und ganz christlich – zusammen stehen.“
                                            
Vizepräses Bosse-Huber griff ein Zitat von Projektleiter Grundmann und seinem evangelischen Kollegen Pfarrer Sven Dreiser auf und sagte, der „Zipfel vom Paradies“ bei diesem Projekt „bestand darin, dass wir ökumenisch unterwegs sind“. Als sie das Engagement der beiden Projektleiter würdigte, gab es von der Gottesdienstgemeinde „Standing Ovations“. Bosse-Huber nannte das Projekt eine Art „kleiner ökumenischer Paradiesgarten“. Bunt und vielfältig sei dieser Garten gewesen mit seinem Leitungsteam und seinen 150 ehrenamtlichen katholischen, evangelischen und freikirchlichen Mitarbeitenden. Die Veranstaltungen seien kreativ, begeisternd und meditativ gewesen. Bosse-Huber griff das Bild von den Weinstöcken auf, die zu Rhein und Mosel gehören, aber auch Teil der Umwelt und des Alltags Jesu gewesen seien. Sie zitierte aus dem Johannesevangelium: „Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Jesus sei die Quelle des Lebens, erklärte sie, die Kraft, Hoffnung und Zuversicht gebe. Mit dieser Quelle des Lebens hätten die Menschen, die sich bei „Kirche auf der BUGA“ engagiert haben, verbunden. Das Projekt habe reiche Frucht gebracht, vieles könne geerntet werden: großes Engagement, viele Gespräche und gelungene Kommunikation, Verbundenheit mit Gott, ein neu erwachtes Bewusstsein für die Ökologie.

Mit diesen Worten leitete die Vizepräses die Übergabe eines Weinstocks von den Projektleitern Dreiser und Grundmann an die Verantwortlichen des Kirchenprojektes „Lebenspfade“ bei der nächsten Gartenschau ein. Vom 26. April bis 13. Oktober 2013 findet in Hamburg die Internationale Gartenschau statt. Bosse-Huber wünschte den Verantwortlichen ähnlich gute Erfahrungen wie in Koblenz und äußerte die Hoffnung, auch im Norden mögen die insgesamt 12 Weinstöcke gedeihen. Die Hamburger Gäste, Pfarrerin Corinna Peters-Leinbach, Claus Everdiking, Herbert Wolf und Peter Schulze, dankten für die „wunderbare Stabübergabe“. Ihnen sei bewusst, dass sie „in sehr große Fußstapfen“ treten würden, gleichzeitig ermutige sie das „großartige Engagement“ des Koblenzer Kirchenprojektes. Sie empfänden es als Verpflichtung, gut für den Wein zu sorgen, ebenso seien aber die Koblenzer verpflichtet, 2013 nach Hamburg zu kommen, nach den Weinstöcken zu schauen und den Lebenspfad mit sieben Themenwelten und fünf Gärten der Religionen in Hamburg-Wilhelmsburg zu besuchen.

Die Kollekte des Gottesdienstes wird – wie die Kollekten weiterer Gottesdienste bei „Kirche auf der BUGA“ – Projekten der Koblenzer Diakonie und Caritas zugute kommen. Die musikalische Gestaltung hatten der Posaunenchor des Evangelischen Gemeindeverbandes Koblenz unter Leitung von Andreas Stickel und die Mädchenkantorei und der Jugendkammerchor der Liebfrauenkirche unter Leitung von Manfred Faig übernommen.


13. Oktober

Finissage würdigt künstlerische Gestaltung der Festungskirche

Mit einer Finissage am 13. Oktober hat das ökumenische Projekt „Kirche auf der BUGA“ die sakrale Kunst der Landauer Künstlerin Madeleine Dietz in der Festungskirche gewürdigt. Gleichzeitig war die Veranstaltung der Abschluss der Reihe „KircheKunstKultur am Donnerstagabend“. Die Koblenzer  Bundesgartenschau und damit das ökumenische Kirchenprojekt enden am 16. Oktober.

Pfarrer Sven Dreiser, evangelischer Projektleiter, sagte, mit der ersten und einzigen Finissage wolle „Kirche auf der BUGA“ „in ganz besonderer Weise die Kunst würdigen, die in den 185 Tagen der Gartenschau in der Festungskirche installiert war“. Dietz hatte das Erde-Licht-Triptychon sowie Ambo (Lesepult) und Kerzenleuchter entworfen und hergestellt und den Raum der Stille gestaltet. Dreiser dankte der Künstlerin für die „unvergesslichen Eindrücke“, die sie den Besucherinnen und Besuchern sowie den Mitarbeitenden damit hinterlassen habe. „Ganz herzlichen Dank für das, was du für die BUGA und für ‚Kirche auf der BUGA’ geschaffen hast – es war ein Geschenk.“ Der Raum der Stille habe sich als „Herzstück“ des Angebotes erwiesen. „Es hat gut getan, einen Raum zu haben, der so ganz anders war als der Trubel drum herum.“ Dreiser würdigte auch Micha Flesch, Kulturbeauftragten des Bistums Trier, der den Projektleitern bei Planung und Gestaltung der Räume zur Seite gestanden hatte: „Ohne deine kompetente Hilfe hätten wir das nicht hinbekommen.“ Flesch wiederum gab den Dank an seinen Kollegen Oliver Konzelmann vom Landeskirchenamt in Düsseldorf weiter, der ebenfalls in die Planungen eingebunden war. Flesch sagte, die Gestaltung der Festungskirche sei „eine Herausforderung und doch ganz einfach“ gewesen. Bei der Gestaltung sei „etwas sehr reduziertes und von der Form sehr klares“ wichtig gewesen, um „neben allem anderen bestehen zu können“. Letztlich sei ein „wunderbarer Kontrast“ vom Festungsplatz in den Kirchenraum entstanden.

Dietz, die vorrangig mit Erde und Stahl arbeitet, sagte, sie sei „superstolz, dass ich die Gestaltung der Festungskirche übernehmen konnte, und dass mein Kunst angenommen wurde“. Für sie sei wichtig gewesen, sich auf wesentliches zu beschränken: „Noch nie war die Menschheit mit einer solchen Bilderflut konfrontiert wie heute.“ Der Raum sei schon so beladen mit Geschichte, daher habe sie sich auf die Gestaltung des Raumes hinter dem Altar beschränkt. Dabei habe sie eng mit den Projektleitern zusammen gearbeitet. Das bestätigte Flesch: Die Freiheit, die Dietz den anderen lasse, habe zu den wunderbaren Ergebnissen etwa im Raum der Stille geführt. Bei einigen Fragen habe Dietz jedoch auch unerbittlich sein können, berichtete Kalle Grundmann, katholischer Projektleiter. „Sie könnten heute auf bequemeren Stühlen sitzen!“ rief er den über 200 Besucherinnen und Besuchern zu. Doch Dietz habe der Farbe und Gestaltung wegen keine schwarzen, chromverkleideten Stühle zugelassen. „Und du hast Recht gehabt“, gab Grundmann freimütig zu.

Das Erde-Licht-Triptychon habe zu vielen Diskussionen und Fragen geführt, weil es eben kein klassisches „Kruzifixus“ (Kreuz) sei, berichtete Dreiser. Dietz erläuterte, sie sehe die Auferstehung als Ziel aller Dinge, daher habe sie in ihrer Arbeit keinen Christus am Kreuz, sondern „Ostern“ dargestellt. Eine Deutung, die die Projektmacher gut mittragen konnten: „Es muss möglich sein, von Ostern her gedacht einen neuen Blick auf das Kreuz zu bekommen“, sagte Dreiser. Das sei in vielen Fällen gelungen und „das ist das größte Geschenk“.

Die Finissage wurde musikalisch umrahmt von Tobias Jacobs (Flügelhorn) und Marcus Junglas (Saxophon). Madeleine Dietz ist 1953 geboren, die Bildhauerin lebt und arbeitet in Landau in der Pfalz. Sie hat mehrere Auszeichnungen erhalten. Aufsehen erregte sie mit ihrer Arbeit „side by side“ im Museum für Sepulkralkultur in Kassel anlässlich der documenta 2007. Mehr Informationen zur Künstlerin finden sich unter www.madeleinedietz.de im Internet.


12. Oktober

Positive Bilanz des ökumenischen Projekts „Kirche auf der BUGA 2011“

Rund 700 Veranstaltungen mit etwa 7.000 Mitwirkenden und weit über 70.000 Besuchern, 150 begeisterte ehrenamtlich Mitarbeitende und zwei strahlende Projektleiter: So sieht die überaus positive Bilanz des ökumenischen Projektes „Kirche auf der BUGA 2011“ auf den ersten Blick aus. Dass da noch weit mehr dahinter steckt, wurde beim Pressegespräch am 12. Oktober in der Festungskirche Ehrenbreitstein deutlich. „Unter dem Leitwort ‚felsenfest wandelweise’ waren wir gemeinsam ein halbes Jahr ‚Kirche auf der Bundesgartenschau’. Gemeinsam, das heißt evangelische und katholische Christen miteinander, ganz und gar ökumenisch“, erklärte Pfarrer Sven Dreiser, evangelischer Projektleiter. Und sein katholischer Kollege, Pastoralreferent Kalle Grundmann, ergänzte: „Uns beiden kommt es so vor, als hätten wir in diesem BUGA-Sommer einen Zipfel vom Paradies erwischt.“

Superintendent Rolf Stahl, Hans-Werner Tonner, Kalle Grundmann, Sven Dreiser, Dr. Sabine Zoske und Pfr. Helmut Kusche (vlnr) zogen eine positive Bilanz des Kirchenprojekts

Vielfalt der Veranstaltungen

Das liegt zum einen sicher an der Vielfalt der Veranstaltungen: 300 Tageszeitengebete, 150 Mittagskonzerte, 45 meditative Friedhofsspaziergänge, 41 eigene Gottesdienste, 31 Gottesdienste von Gastgruppen, 32 Koblenzer Evensongs, 26 Mal KircheKunstKultur, 22 Biblische Weinproben, 12 Veranstaltungen im Rahmen des Schülerprojektes „…ab ins Paradies“, acht Großveranstaltungen und diverse Einzelveranstaltungen bot das Projekt an den 185 Tagen der Gartenschau in der Rhein-Mosel-Stadt. Außerdem hätten die meisten der rund 3,5 Millionen BUGA-Besucher eine oder sogar beide Kirchen – also die Festungskirche und die St. Kastor-Basilika – besucht, waren sich die beiden Projektleiter einig.

Die Gebets- und Gottesdienstzeiten seien ein wesentlicher Teil des großen Angebots gewesen, sagte Dreiser: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass auch auf einer Gartenschau die Besucherinnen und Besucher eine Sehnsucht nach den Momenten der Stille und des Gebets mitbringen.“ Das sei besonders deutlich geworden im Raum der Stille in der Festungskirche. „Unzählige Kerzen sind von Menschen angezündet worden und zum Teil sehr bewegende Gebetsanliegen in die ausliegenden Bücher geschrieben worden.“ Auch mit dem kirchenmusikalischen Angebot in der Kastorbasilika habe man offensichtlich richtig gelegen, sagte Grundmann: „Die Menschen haben es genossen, und auch die Musikerinnen und Musiker hatten ganz offensichtlich ihre Freude daran.“ Er hob besonders den Koblenzer Evensong hervor, der auch nach der BUGA weitergeführt werden soll. Von Mal zu Mal hätten sich die Besucherzahlen gesteigert, am Ende sei die Basilika zu klein gewesen für alle Interessierten. „Das war schon sehr bewegend“, bekannte Grundmann.

Besucher haben sich Zeit genommen
Besu
Die wechselnden Ausstellungen in der Festungskirche hätten zu anregenden und intensiven Gespräch vor allem mit den Mitarbeitenden des Besuchsdienstes geführt, berichtete Dreiser. „Viele Besucherinnen und Besucher haben sich die Zeit genommen, die Bilder oder Skulpturen auf sich wirken zu lassen.“ Und auch die Ausstellungen im Rahmen des Schulprojektes „..ab ins Paradies“ seien gut angenommen worden, erklärte Grundmann: „Die Arbeiten haben oftmals zur Auseinandersetzung mit den Fragen nach persönlichem Glück, Verantwortung für die Schöpfung, Frieden und Gerechtigkeit angeregt.“

Die Auftraggeber des Projektes, die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) mit dem Evangelischen Kirchenkreis Koblenz und das Bistum Trier mit dem Dekanat Koblenz, sind sehr zufrieden über den guten Verlauf der ökumenischen Aktion. „Besonders glücklich und stolz macht es uns, dass sich ohne Probleme weit über 100 Menschen gefunden haben, die bereit waren, sich ehrenamtlich für das Projekt einzusetzen“, sagte Dr. Sabine Zoske von der Evangelischen Kirche im Rheinland. Sie seien mit großer Freundlichkeit und Kompetenz auf die Menschen zugegangen, hätten zugehört, Auskunft erteilt oder mit Rat und Tat geholfen. „Felsenfest haben sie zum Kirchenprojekt gestanden und haben wunderbar wandelweise auf die jeweiligen spontanen Notwendigkeiten reagiert“, sagte Zoske. Hans-Werner Tonner vom Bistum Trier richtete den Blick auf die ökumenische Verbundenheit und damit auch in die Zukunft: „Und führe zusammen, was getrennt ist – so lautet das Motto der Heilig-Rock-Wallfahrt im nächsten Jahr in Trier. Bezieht man das Motto auf das gemeinsame Projekt  „Kirche auf der BUGA“, so kann von einer gewachsenen Verbundenheit gesprochen werden.“ 185 Tage sehr gut angenommene Veranstaltungen belegten die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit der beiden Kirchen. „Das gemeinsame Projekt ‚Kirche auf der BUGA’ hat uns auf beeindruckende Weise gezeigt, wie Ökumene praktiziert und gelebt werden kann. An diesen Gemeinsamkeiten möchten wir bei der Christuswallfahrt in Trier anknüpfen.“

Kirche auf der BUGA: ein nachhaltiges Geschenk

Superintendent Rolf Stahl (Ev. Kirchenkreis Koblenz) und der stellvertretende Dechant Pfarrer Helmut Kusche (Dekanat Koblenz) lobten die Nachhaltigkeit des ökumenischen Erfolgsmodells: viele hätten sich in den letzten Monaten mit „Herzen, Mund und Händen“ darum gekümmert, dass vieles gedeihen konnte, „mehr als wir vielleicht sogar für möglich gehalten hätten. „Hinter diese Erfahrung können wir nach „Kirche auf der BUGA“ nicht mehr zurück. Das wollen wir auch gar nicht“, sagte Stahl. „Kirche auf der BUGA“ sei ein nachhaltiges Geschenk. Kusche betonte, die Ökumene habe „reibungslos und Hand in Hand“ funktioniert, dies sei ein Hoffnungszeichen: „’Kirche auf der BUGA’ hat gezeigt, wie Ökumene vor Ort aussehen kann, wie gedeihlich sie ist.“ BUGA-Geschäftsführer Hanspeter Faas nannte das Kirchenprojekt einen „wichtigen Partner“. Von Anfang an habe man gespürt: „Das funktioniert, das wird gut.“ Die Beteiligung der Kirchen sei ein „ganz entscheidender Schlüssel zum Erfolg der BUGA“ gewesen, und mit Erfolg meine er vor allem die zufriedenen Besucher, sagte Faas. „Sie haben einen guten Job gemacht“, bescheinigte er den Projektleitern und ihren ehrenamtlichen Helfern.

Auch Bischof Ackermann und Präses Schneider begeistert
                                            
Bereits im Vorfeld der Bilanz-Pressekonferenz hatten sich der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, geäußert. Das Projekt sei ein „wichtiges ergänzendes Angebot zu all dem vielen, was es auf der BUGA zu sehen gab“, gewesen, sagte Ackermann. So wie die BUGA etwa durch die Farben die Sinne anspreche, habe das Kirchenprojekt die „inneren Sinne“ angesprochen. „Ich bin froh, dass das in ökumenischer Verbundenheit gegangen ist“, betonte Ackermann, „das hat einen guten partnerschaftlichen Eindruck auf mich gemacht.“ [Zum Audio-File geht es hier]

Auch der Präses nannte das Projekt ein „Musterbeispiel für eine gelungene ökumenische Zusammenarbeit“. Von Anfang an habe man gemeinsam geplant und Hand in Hand gearbeitet. „Das gefällt mir richtig gut.“ Davon hätten auch die Besucher profitiert. „Wir sind 185 Tage gemeinschaftlich unterwegs, haben an 185 Tagen gemeinsam eine gastfreundliche Kirche präsentiert.“ [Zum Audio-File geht es hier]

Zum Abschluss des Kirchenprojektes und anlässlich der Schlussfeier der BUGA findet am Sonntag, 16. Oktober, um 15 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst auf der Sparkassenbühne statt. Daran wirken mit die Vizepräses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Petra Bosse-Huber, der Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters und die beiden Projektleiter.


10. Oktober

Martin Ginap ist einer von 150 Ehrenamtlichen der „Kirche auf der BUGA“

Martin Ginap ist ein gefragter Mann. Der 46-Jährige steht vor der Festungskirche auf Ehrenbreitstein in Koblenz. Immer wieder kommen Leute auf ihn zu: „War diese Kirche schon immer hier?“, will ein älterer Herr wissen. Ginap lächelt. Und erzählt. Die Kirche habe schon einiges miterlebt. Sogar als Munitionslager habe sie einmal gedient. Nun sei die Festungskirche ein wichtiger Teil des ökumenischen Projekts „Kirche auf der BUGA“ – für das sich Ginap als ehrenamtlicher Helfer zur Verfügung gestellt hat.

Martin Ginap (li.) im Gespräch mit Besuchern der Festungskirche

Rund 150 Männer und Frauen engagieren sich für das Projekt auf der Bundesgartenschau in Koblenz und sorgen dafür, dass die Gottesdienste, Ausstellungen und Veranstaltungen gelingen. „Ohne die Hilfe der Ehrenamtlichen wäre ‚Kirche auf der BUGA’ nicht zu stemmen gewesen“, sagt Pastoralreferent Kalle Grundmann, der zusammen mit seinem evangelischen Kollegen, Pfarrer Sven Dreiser, das Projekt leitet. Mit zwei Hauptamtlichen alleine ließe sich schließlich nicht überall sein. „Um gastfreundlich zu sein, brauchen wir die Ehrenamtlichen“, erklärt Grundmann. „Sie sind das Gesicht der Kirche.“

Eigentlich ist Ginap berufstätig. Halbtags arbeitet er als Krankenpfleger. Während der anderen Zeit kümmert sich der Mann aus Koblenz-Niederwerth um seine drei Söhne, die zwischen 14 und 18 Jahren alt sind. Doch er habe einen Weg gefunden, seine beruflichen Schichten gut mit seinem ehrenamtlichen Einsatz zu vereinbaren, erklärt er. Und auch seine Frau habe ihn für sein Engagement für die „Kirche auf der BUGA“ freie Hand gegeben. „Entscheidend war für mich, dass ich aktiv werden konnte im Sinne der Ökumene“, sagt Ginap. „Und mich auch für Leute einsetzen konnte, die weniger Kontakt mit der Kirche haben.“

Insgesamt 75 Stunden arbeitet Ginap für die „Kirche auf der BUGA“ – jeweils fünf Stunden am Stück, verteilt auf 15 Schichten, die immer mit drei Ehrenamtlichen besetzt sind. „Die Zeit geht rasend schnell um“, findet Ginap, „und das Arbeitsklima ist sehr gut. Es ist immer wieder interessant sich mit den anderen Freiwilligen auszutauschen.“ Besonders gefalle ihm dabei die ökumenische Zusammenarbeit. Und aus seinem Engagement habe er selbst auch einiges mitgenommen. „Ich habe mehr geerntet als gesät“, sagt Ginap. So konnte der Vorstand des Pfarreienrats Vallendar-Urbar etwa üben, innerhalb dieser Tätigkeit Leute anzusprechen. Auf seine Aufgaben vorbereitet wurde er mit den anderen Ehrenamtlichen in vier Nachmittagsseminaren.
                                            
Die Helferinnen und Helfer haben unterschiedliche Aufgaben – getrennt nach dem Einsatzgebiet in der Basilika St. Kastor und in der Festungskirche. In St. Kastor verkaufen sie Bücher und Heftchen. Sie kontrollieren, dass Besucher sich nicht ohne Ticket auf das Gelände der Bundesgartenschau begeben – da die Kirche selbst keinen Eintritt kostet, aber durch eine Türe mit der BUGA verbunden ist. Außerdem sorgen sie für Ruhe während Konzerten, Gottesdiensten und Ausstellungseröffnungen. In der Festungskirche kümmern sich die Ehrenamtlichen um die Bestuhlung, läuten die Glocke zum Abendgebet oder sammeln auch schon einmal den Müll vor der Kirche ein. An beiden Orten sind sie immer Ansprechpartner für Fragen jeder Art. „Wichtig ist, dass die Leute spüren, dass sie willkommen sind, und sich empfangen fühlen“, sagt Ginap. Das Wichtigste sei, einfach Präsenz zu zeigen. „Die Leute wollen ihre Fragen und Anregungen loswerden“, erklärt Ginap. Dabei gehe es nicht nur um kirchliche Themen. „Alles, was BUGA-Besucher beschäftigt, beschäftigt sie auch, wenn sie zu uns kommen“, sagt Ginap. So beantworte er zum Beispiel auch schon mal Fragen nach dem besten Aussichtspunkt auf die Stadt.

Eines seiner schönsten Erlebnisse als Ehrenamtlicher bei „Kirche auf der BUGA“ sei gewesen, als er die Möglichkeit hatte, selbst ein Abendgebet zu leiten. „Ich habe danach mit Leuten gesprochen, die anschließend persönlich auf mich zukamen und sich begeistert zeigten“, sagt Ginap stolz. Und schön sei es natürlich auch, wenn er Leuten helfen könne. „Vielen Dank. Ich finde es großartig, dass ich durch Sie jetzt Dinge erfahren habe, die ich im Vorbeigehen nicht erfahren hätte“, sagt eine ältere Dame vor der Festungskirche zu Ginap. Er lächelt.