April
19. April 2011
Vernissage zu Cochemer Kreuzweg bei „Kirche auf der BUGA 2011“
Bei allem, was Christen noch trennt, sei der „Kreuzweg als Herzstück unseres Glaubens“ eine starke Verbindung. Das hat Pfarrer Sven Dreiser, evangelischer Projektleiter des ökumenischen Projektes „Kirche auf der BUGA 2011“, bei der Vernissage zum „Cochemer Kreuzweg“ von Christoph Anders am Palmsonntag, 17. April, vor rund 70 Gästen in der Festungskirche Ehrenbreitstein betont. „Wir eröffnen die Karwoche, indem wir den Kreuzweg mitgehen und mitbeten.“
Rüdiger Lancelle, Vorsitzender des Presbyteriums in Cochem, erklärte, Kreuzwege seien im 12. und 13. Jahrhundert entstanden „aus der Sehnsucht danach, den Leiden Jesu nahe zu kommen“. Die ersten Kreuzwege wie etwa der an der Via Dolorosa in Jerusalem sollten es Pilgern erleichtern, „den Weg zu spüren und zu erleben, den der Herr gegangen ist“. Lancelle bedauerte es, dass die Kreuzwege sich „in den Kirchenraum zurückgezogen“ hätten. Daher sei es gut, wenn Kreuzwege in den Landschaften erhalten würden, wie es beim Cochemer Kreuzweg der Fall ist, der im Original am Treppenweg zwischen der Pfarrkirche St. Martin und dem Kapuzinerkloster in Cochem zu finden ist. „Kreuzwege können neugierig machen auf das Leben Jesu, auf die Bedeutung, die Jesus für unser Leben hat“, betonte Lancelle.
Der aus Senheim an der Mosel stammende Bildhauer Christoph Anders gab eine kurze Einführung in den mit „kreuzwandelweise“ überschriebenen Kreuzweg mit sieben Stationen. Er habe für die „Sieben Fußfälle“ Westerwälder Ton, der im Holzfeuer gebrannt wurde, verwendet und auf eine Glasur verzichtet. Jede der sieben Stationen beinhalte vier Bildthemen. In der Darstellung Jesu habe er sich auf Kontur und Ansicht des Gesichtes und die Hände beschränkt. Anders machte auf die Verbindung zum Heiligen Rock, der im Trierer Dom aufbewahrten Tunika Christi, aufmerksam: „Das Gewand Jesu greift in Form und Kontur den Heiligen Rock von Trier auf, der als Symbol für die ungeteilte Einheit der Christenheit gilt.“
Der Cochemer Kreuzweg ist noch bis zum 1. Mai in der Festungskirche zu sehen. In der Osterwoche wird er von einer floralen Installation vom Koblenzer Team Blumen Leanthe ergänzt, die „den Wandel vom Tod zum Leben beschreibt“, wie Projektleiter Dreiser erläuterte. Die musikalische Begleitung der Veranstaltung hatten Dorrit Höhner (Querflöte) und Stefan Merkler (Orgel) übernommen.
16. April 2011
Bundespräsident Wulff besucht "Kirche auf der BUGA"
„Vor allem der BUGA-Kirche großen Erfolg!“ Mit diesen Worten hat sich Bundespräsident Christian Wulff in das Gästebuch des ökumenischen Projektes "Kirche auf der BUGA 2011" eingetragen. Bei seinem Rundgang am
15. April über die erste Bundesgartenschau auf rheinland-pfälzischem Boden wurde er in der Kirche der Koblenzer Festung Ehrenbreitstein vom Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann und dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, empfangen. Begleitet wurde Wulff von Ministerpräsident Kurt Beck und dem Koblenzer Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig.
Bundespräsident Wulff trägt sich in das Gästebuch von "Kirche auf der BUGA 2011" ein im Beisein von Ministerpräsident Beck, Oberbürgermeister Hofmann-Göttig, Bischof Ackermann, Präses Schneider und den Projektleitern Dreiser und Grundmann
Pfarrer Sven Dreiser und Pastoralreferent Kalle Grundmann, die Leiter des ökumenischen Projektes „Kirche auf der BUGA 2011“, zeigten den politischen Repräsentanten das eigens für die Bundesgartenschau künstlerisch ausgestaltete Gotteshaus. In Grundzügen skizzierten sie das umfangreiche Kirchenprogramm mit musikalischen, kulturellen, spirituellen und künstlerischen Beiträgen. Unter dem Leitwort „felsenfest wandelweise“ beteiligen sich die großen Kirchen bis Mitte Oktober mit täglich mindestens drei Veranstaltungen am Programm der Gartenschau.
15. April 2011
Ökumenischer Gottesdienst zur Eröffnung der BUGA in Koblenz
Zur Eröffnung der Bundesgartenschau in Koblenz haben der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann und der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, am 15. April einen ökumenischen Gottesdienst in der Basilika St. Kastor gefeiert.
Bischof Ackermann sagte in seiner Begrüßung, es sei „gut und sinnvoll“, zur Eröffnung der Gartenschau einen Gottesdienst zu feiern: „Gut, um Dank zu sagen für all das, was - auch im Blick auf die zurückliegende Zeit der Vorbereitung - nicht einfach selbstverständlich ist, nicht das pure Ergebnis menschlicher Leistung. Gerade der Blick auf die Natur lehrt uns immer wieder, dass wir Menschen – selbst beim besten Willen und bei bester Zusammenarbeit - nicht alles aus eigener Kraft machen können.“ Ackermann erinnerte daran, dass das Motiv des Gartens in der Heiligen Schrift an entscheidenden Stellen eine große Rolle spiele, etwa in der Urgeschichte der Genesis der Garten Eden, beim Verrat Jesu durch Judas oder bei der Grablegung Jesu in einem Garten. Der Garten werde „zum Ort der Gottesbegegnung“. Der Trierer Bischof erklärte, er sei froh, dass über diese Stunde des Gottesdienstes hinaus die christliche
Botschaft an verschiedenen Orten und durch vielfältige Angebote auf der BUGA präsent bleibe: „Es wäre großartig, wenn durch diese Angebote all denen, die hierher kommen, eine zusätzliche Gelegenheit gegeben wird innezuhalten und neu aufmerksam zu werden für das Geschenk des Lebens und die Größe des Schöpfers.“
In der Predigt griff Präses Schneider das Bibelwort aus der Offenbarung „Seht, ich mache alles neu“ auf. Er rief den Gottesdienstbesuchern die Bilder von heimatlosen Menschen, zerstörten Häusern und Landschaften in Japan ins Gedächtnis und von Menschen in Libyen und an der Elfenbeinküste, die das Joch der Unterdrückung abzuschütteln versuchen, und fragte, was aus Gottes guter Schöpfung geworden sei. Nur diese Bilder und Erfahrungen allein ließen den Menschen in der Sinnlosigkeit des Arbeitens, Denkens und Forschens verloren gehen: „Wir brauchen Gegen-Bilder wie die Luft zum Atmen. Wir brauchen Hoffnung wie das tägliche Brot und wir brauchen einen Glauben, der über uns und über das hinausgeht, was wir sehen, erfahren und tun.“ Schneider erklärte, Gottes Plan für die Welt sei eine „Neuschöpfung nach der Schöpfung“. Gott sei Mensch in Jesus Christus geworden, um Teil der Schöpfung zu sein und sie von innen heraus
mit seiner Kraft zu verwandeln. „Unsere Hoffnung auf den neuen Himmel und die neue Erde teilen wir mit allen Menschen und der ganzen Schöpfung.“
Zwar sei die Bundesgartenschau nicht der neue Himmel und die neue Erde, dennoch habe sich dadurch die Stadt Koblenz in den letzten Monaten verwandelt: „Viele Menschen haben daran gewirkt, dass etwas Großartiges und Schönes entstanden ist“, das sei ein notwendiges und gelungenes Gegen-Bild. Schneider betonte: „Das Bewahren der Schöpfung gehört zu den Grundaufgaben jeder Generation.“ Die Bundesgartenschau halte die Sehnsucht nach Gottes neuer Welt und die Hoffnung auf einen neuen Himmel und eine neue Erde wach. Schneider wünschte, dass die Besucher sich durch die BUGA inspirieren ließen: „Zum Staunen über Gottes wundervolle Schöpfung. Und zu Begegnungen miteinander, von denen Frieden ausgeht.“
Pfarrer Sven Dreiser und Pastoralreferent Kalle Grundmann luden zum ökumenischen Kirchenprojekt „Kirche auf der BUGA 2011“ ein: „Wir laden ein, Gott zu begegnen, in Wort, Kunst und Musik, auf gewohnten, aber auch ungewohnten Wegen.“ Das Motto des Kirchenprojektes „felsenfest wandelweise“ war Anlass für die Komposition eines gleichnamigen Liedes, das im Gottesdienst uraufgeführt wurde. Am Ende des Gottesdienstes dankten Superintendent Rolf Stahl (Evangelischer Kirchenkreis Koblenz) und Dechant Eugen Vogt (Dekanat Koblenz) allen, die den Gottesdienst mitgestaltet hatten. Sie betonten: „Wir freuen uns auf die Begegnungen und Entdeckungen der nächsten Monate.“ Für das fruchtbare Miteinander auf dem Weg zum ökumenischen Kirchenprojekt sei man dankbar.
Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes hatten Kreiskantor Christian Tegel an der Orgel, der Jugendkammerchor der Liebfrauenkirche Koblenz unter der Leitung von Regionalkantor Manfred Faig und BUCCINATE DEO, das Blechbläserensemble im Posaunenwerk der Evangelischen Kirche im Rheinland unter der Leitung von Landesposaunenwart Jörg Häusler, übernommen. Auch der Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Herz Jesu, Liebfrauen und St. Kastor, Helmut Kusche, hatte den Gottesdienst mitgefeiert.
