Mai
29. Mai 2011
Bistum Trier veranstaltet Jugendchortag auf der BUGA
Rund 300 Jugendchorsängerinnen und –sänger aus dem gesamten Bistum Trier haben sich am 28. Mai am Jugendchortag des Bistums Trier auf der Bundesgartenschau in Koblenz beteiligt. Eingeladen hatten das ökumenische Projekt „Kirche auf der BUGA 2011“ und die Fachstelle für Kirchenmusik Koblenz mit Unterstützung von Pueri Cantores im Bistum Trier. Der Tag stand unter dem Leitwort „und führe zusammen was getrennt ist“ und war Teil der 50 kirchenmusikalischen Impulse im Vorbereitungsjahr auf die Wallfahrt.
Höhepunkt des Jugendchortages war der Gottesdienst mit Weihbischof Peters und Diözesanjugendpfarrer Struth (im Bild rechts)
Regionalkantor Manfred Faig, Leiter der Fachstelle für Kirchenmusik, freute sich über die gute Beteiligung am ersten Jugendchortag im Bistum: „ Es ist schön, dass 13 Chöre aus dem ganzen Bistum mitgemacht haben. Besonders erfreulich ist die Beteiligung der drei Schul-Projektchöre. So ist es uns gelungen, eine Brücke von den kirchlichen Jugendchöre zu den Schulchören zu schlagen.“ Die Fachstelle mache viele Angebote bei „Kirche auf der BUGA“, da habe sich die Durchführung eines Jugendchortages gut einbinden lassen. Das bestätigt auch Pastoralreferent Kalle Grundmann, Projektleiter von „Kirche auf der BUGA 2011“: „Wir freuen uns, dass der Jugendchortag auf der BUGA stattfindet, denn so können die Besucherinnen und Besucher sehen, dass Kirche auch aus jungen Leuten besteht, die Spaß haben am Singen, an Glaube und an Kirche und am Gottesdienst.“
Die Chormitglieder waren bereits am Vormittag angereist. Am Bahnhof seien sie von Mitgliedern des Koblenzer Jugendkammerchores abgeholt worden, berichtete der 12-jährige Julius vom Chor aus Trierweiler. Die Koblenzer Sängerinnen und Sänger hatten die Gäste mit Chorschild, Schlüsselbändern, Eintrittskarten und BUGA-Plänen ausgestattet und dann zur Festung Ehrenbreitstein geleitet – natürlich mit der Seilbahn über den Rhein, was Julian „echt cool“ fand. Nach einer gemeinsamen Probe konnten die jungen Leute sich dann die Bundesgartenschau ansehen oder im Jugendtreff an der Festungskirche miteinander ins Gespräch kommen. Am Nachmittag begeisterten der Jugendchor Gutweiler, der Gastchor Chorifeen aus dem Bistum Limburg und der Jugendkammerchor an der Liebfrauenkirche Koblenz die BUGA-Besucher mit Konzerten an der Blumenhalle.
Höhepunkt des Tages war der gemeinsame Gottesdienst mit dem Trierer Weihbischof Jörg Michael Peters und Diözesanjugendpfarrer Matthias Struth. Neben den 300 Sängerinnen und Sängern nahmen auch mehrere hundert BUGA-Gäste daran teil. Der Weihbischof sagte, er genieße den Blick in die große Gottesdienstgemeinde. „Die BUGA zieht viele Menschen an, und wir dürfen dabei sein. Wir wollen die Augen aufmachen für Gottes Schöpfung, die uns hier so konzentriert vor Augen geführt wird“, lud er die Gottesdienstbesucher ein. Das Motto des Tages „und führe zusammen was getrennt ist“ lenke den Blick auf die Heilig-Rock-Wallfahrt, zu der das Bistum Trier vom 13. April bis 13. Mai 2012 einlädt. „Der heilige Rock war immer wieder hierher nach Ehrenbreitstein geflüchtet“, erinnerte der Weihbischof. „Fast 150 Jahre war die Reliquie, die uns an Jesus Christus erinnern, hier verwahrt.“ Das Leitwort sei eine Bitte,
„die uns gut ansteht“, sagte Peters. „Es gibt so viele Geschichten, die von Unfriede und Entzweiung erzählen - Geschichten, die uns selbst ausmachen, und Geschichten in der großen Welt.“ Angesichts dessen könne man sich fragen, ob Gott seiner Schöpfung „den Laufpass gegeben“ habe, sagte Peters. Doch: „Gott hat uns die Freiheit gegeben als höchstes Gut, und er nimmt diese Spannung in Kauf.“ Jesus Christus habe sich mit seinem Tod am Kreuz in diese Spannung zwischen Gott und der Schöpfung stellen lassen. „Wir alle können ebenfalls dazu beitragen, dass Gott und die Menschen wieder zusammen kommen“, mahnte Peters und ermutigte, den heutigen Tag als Anstoß zu nehmen für ein Leben mit einer Hörbereitschaft für den anderen, mit Augen füreinander und Achtung voreinander: „Dann kann aus der Bitte ‚und führe zusammen was getrennt ist’ ein Wunder werden.“
Den jugendlichen Sängerinnen und Sänger hat der Jugendchortag gefallen, der mit einem Konzert der Kölner a capella-Gruppe „Basta“ endete. Vera (21) und Anna (21) aus Wemmetsweiler fanden das BUGA-Gelände beeindruckend. „Es ist schön, die Gemeinschaft mit den Chören zu erleben, die Musik gefällt uns – und das schöne Wetter passt auch.“ Die Gemeinschaft der Chöre und die Gestaltung des Gottesdienstes war auch für Chorleiter Axel Simon vom Chor der Pfarreiengemeinschaft Trierweiler wichtig: „Es ist schön, in so einer großen Gruppe zu singen und andere Jugendchöre zu treffen.“ Die 15-jährige Cathrin aus Birkenfeld war besonders von der Hortensienschau in einer der Blumenhallen begeistert: „Mir gefällt hier eigentlich alles, vor allem natürlich dass wir zusammen gesungen haben.“ Ihre Mitsängerin Laura (15) bestätigte das: „Es gibt hier überall was zu sehen, es wird nicht langweilig.“
Teilgenommen hatten Jugendchöre aus Gutweiler, Pronsfeld und Riol, der Jugendchor St. Amandus Könen, Jugendchor St. Jakobus Birkenfeld, Jugendchor St. Servatius Güls, der Jugendchor der Pfarreiengemeinschaft Trierweiler, der Jugendchor der Pfarrei Maria Himmelfahrt Waldbreitbach, der Kinder- und Jugendchor St. Michael Wemmetsweiler, die Mädchenkantorei und der Jugendkammerchor an der Liebfrauenkirche Koblenz sowie Projektchöre der Bischöflichen Realschule Koblenz, des Bischöflichen Cusanus-Gymnasiums Koblenz und der Schönstätter Marienschule Vallendar. Als Gast nahm der Frauenchor Chorifeen aus dem Bistum Limburg teil.
27. Mai 2011
Katholische Frauen treffen sich auf der Bundesgartenschau in Koblenz
„Vor lauter Frauen sieht man keine Blumen mehr“, freute sich Inge Becker, Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) in der Region Koblenz, beim Anblick der hohen Zahl an Besucherinnen und Besuchern beim Tag der kfd auf der Koblenzer Bundesgartenschau am 26. Mai. Zu den Teilnehmerinnen aus dem gesamten Bistum Trier gehörten auch die Vorsitzende des kfd-Diözesanverbandes Trier, Ilse Diewald, Geschäftsführerin Petra Erbrath und die geistliche Begleiterin Hedi Pelletier. Ilse Diewald dankte dem Regionalvorstand für die Organisation und hieß alle herzlich auf der Bundesgartenschau willkommen. Der Tag stand unter dem kfd-Motto „Leidenschaftlich glauben und leben“ und gehörte zum Programm des ökumenischen Projektes „Kirche auf der BUGA 2011“.
Hanne Friede, geistliche Begleiterin der kfd Koblenz, stellte den Leitsatz des Morgenlobes „Schön bin ich und voller Leben“ vor. Gott habe jeder Frau ein anderes Aussehen, andere Fähigkeiten, andere Talente gegeben. Daraus entstehe die große Vielfalt, wie sie an einem solchen Tag zusammen kommt und zu der sich die Mitglieder des großen katholischen Frauenverbandes hin vom ursprünglichen „Mütterverein“ entwickelt hätten: „Bunt, verschieden und vielfältig“. Mitgestaltet wurden das Morgenlob und der abschließende Wortgottesdienst vom eigens gegründeten kfd-BUGA-Frauenchor unter der Leitung von Doris Faig.
„Weiberwirtschaft – soziales, caritatives und politisches Engagement von Frauen aus der Koblenzer Geschichte“ war der Vortrag von Dorothee Corinth überschrieben. Die Koblenzer Stadtführerin erinnerte etwa an Fürstäbtissin Maria Kunigunde von Sachsen am Koblenzer Hof (1740-1826), an Henriette Sontag (1806-1854), an Kaiserin Augusta (1811-1890), an Sr. Irminia Hölscher (1836-1858) oder auch an die für Koblenzerinnen prägende erste kfd-Präsidentin Maria Dirks (1913-1993). In der Mittagszeit hatten die kfd-Frauen die Möglichkeit zur Teilnahme am Mittagsgebet in der Festungskirche und trafen sich zum „Markt der Möglichkeiten“. Die Kölner Sängerin und Entertainerin Bea Nyga gestaltete nicht nur die liturgischen Elemente des Tages mit, sondern gab am Nachmittag ein zweistündiges buntes Konzert aus ihrem vielseitigen Repertoire.
„Schöpferin des Lebens“ lautete das Motto des Abschlussgottesdienstes mit Hedi Pelletier und den Gemeindereferentinnen Hanne Friede und Dorothee Hoffend.Neben Nyga und dem kfd-BUGA-Frauenchor gestaltete auch eine kfd-Tanzgruppe unter Leitung von Annette Frick den Gottesdienst mit meditativen Tänzen. „Natur macht Staunen und weckt Freude und mittendrin wir“ – der Gottesdienst stellte die Schöpfung Gottes, bei der Bundesgartenschau greifbar nahe, in den Mittelpunkt, und er lud ein zu „Lust am Reichtum des Lebens“ und „zur Lust an der Weiblichkeit“. Erstmals öffentlich vorgestellt wurde an diesem Tag das neue kfd-Spendenprojekt „PIRAPPU – Geburtshilfe in Indien“, dazu waren auch der projektbetreuende Arzt Dr. Wolfgang Donné und Hebamme Hanka John gekommen. Informationen zu dem Projekt gibt es unter www.geburtshilfe-in-indien.com im Internet.
27. Mai 2011
Kirche auf der BUGA zeigt Ausstellung von Editha Pröbstle
„Wollen wir gondeln“, „Hunger“, „Luftrettung – Jetzt hilft nur noch meine Salbe“ oder „Wo du hingehst, da will auch ich hingehen“ – so sind einige der 185 Zeichnungen betitelt, die die Besucherinnen und Besucher der „Kirche auf der BUGA 2011“ derzeit in der Festungskirche Ehrenbreitstein betrachten können. Sie zeigen die verschiedenen Wege von Löwenzahnsamen, die bei ihren Reisen durch die Welt an Orte von Krieg und Frieden, von Freude und Zerstörung, von Entspannung und Unruhe gelangen. In Kopfhöhe an Zweige gespannt sind die Blätter, die auch zum Anfassen einladen. Geschaffen hat die Zeichnungen und das dazugehörige Bild des Löwenzahns die Ehrenbreitsteiner Künstlerin Editha Pröbstle unter dem Thema „kleines wird GROSS – Frieden wächst“.
"kleines wird GROSS": Eine Ausstellung zum Anschauen und Berühren in der Festungskirche (Foto: catalyzer photography/M. Firges)
Pfarrer Sven Dreiser, Projektleiter von „Kirche auf der BUGA“, sagte bei der Vernissage am 26. Mai, er sei Editha Pröbstle dankbar, dass sie sich auf das Thema eingelassen habe, und verwies auf die Beziehungen zur Bundesgartenschau: 185 Zeichnungen stünden für die 185 Tage der BUGA. Auch eine Beziehung zu dem Ort der Ausstellung lasse sich herstellen: Früher war die Festung ein Ort, wo Soldaten stationiert waren, heute sei es „ein Ort, an dem an den Frieden erinnert wird, wo für den Frieden gebetet wird“. Dreiser nannte die vier Arten des Friedens: Friede mit sich selbst, Friede zwischen den Menschen, Friede zwischen dem Mensch und der Schöpfung und Friede zwischen Gott und dem Menschen.
Der Löwenzahnsamen und sein Weg durch die Welt könne als Mahnung und Vorbild dienen: „Wir freuen uns, eine Ausstellung zu eröffnen, die man nicht nur schauen, sondern auch berühren kann, um selbst berührt zu werden, um mitgenommen zu werden auf dem Weg zum Frieden“, sagte Dreiser.
Die Vernissage wurde musikalisch begleitet von Juliane Berg (Gesang) und Manfred Faig (Piano). Die Ausstellung ist bis zum 13. Juni in der Festungskirche zu sehen.
26. Mai 2011
Kirche auf der BUGA: Jugendliche zeigen Schöpfungsgeschichte
Wieso braucht Frau Lohse so viel Haarspray? Und warum strömen heute Morgen so viele Leute in die Basilika St. Kastor? Beides hat miteinander zu tun. Verursacher für beides sind Schülerinnen und Schüler der Koblenzer Hans-Zulliger-Schule und der Goethe-Realschule. Ihre kunstvollen Bilder, Ergebnis der kreativen Auseinandersetzung mit der Schöpfungsgeschichte im Religions- und Ethikunterricht, locken am 25. Mai die Besucher an.
Janina Scharf (11, li.) zeigt einer Freundin ihren Beitrag zum Gemeinschaftsbild über die Schöpfung der Tiere
Und zudem klingt da fröhlich-frischer Gesang aus dem Gotteshaus. Der Schulchor schmettert den „Pflanzenwalzer“, „Eine Handvoll Erde“ und „I like flowers“. Grund genug für einen Seitwärtsschlenker aus der Warteschlange vor dem BUGA-Kartenhäuschen hinein ins kühlere Gotteshaus. „So etwas habe ich noch nicht erlebt auf einer anderen Gartenschau. Eine sehr gute Idee und ein Thema, das passt“, findet Marga Groß aus Manderscheid. Beeindruckt ist auch Hildegard Schneider: „Ein tolles Konzept.“ Als Ehrenamtliche im Kirchendienst bekommt sie in diesen Monaten eine Menge mit von dem großen Angebot des ökumenischen Projektes „Kirche auf der BUGA 2011“, doch die Arbeiten der Jugendlichen überraschen sie besonders. „Ihr habt einen ganz wunderbaren Titel gefunden“, lobt Pastoralreferent Kalle Grundmann, Projektleiter bei „Kirche auf der BUGA“, die Akteure bei
der Vernissage. „Augen-Blick ins Paradies“: Dieses Motto könnte für eine BUGA insgesamt stehen. Wichtiger aber noch seien die Beschäftigung mit der Schöpfung und die Erkenntnis, wie schön Gott die Welt geschaffen habe. In diesem Sinne wolle die Ausstellung Mut und Lust machen, diese Welt gut zu gestalten.
Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Schöpfung stand am Anfang des Projektes für die Schülerinnen und Schüler der Hans-Zulliger-Schule, von denen rund 20 Prozent einen Migrationshintergrund haben und die mit unterschiedlichen Glaubenserfahrungen oder gar keiner religiösen Praxis an das Projekt herangingen. Das Projekt, sagt Schulleiterin Renate Schneider, habe Verständnis und Miteinander gefördert, Unterschiede und Parallelen deutlich gemacht und schließlich dazu geführt, „das Unscheinbare und Alltägliche, das für uns Selbstverständliche neu zu entdecken und dieser Entdeckung ein Gesicht zu geben in den Plakaten zu den jeweiligen Aussagen der Schöpfungsgeschichte“. Acht einnehmende in ihrer Gestaltung und Aussage klare Plakate sind entstanden. Echte Hingucker, auf denen der Blick länger verweilen mag, die eigenen Gedanken und Vorstellungen Freilauf lassen. Ein Bild mehr, als die Schöpfungsgeschichte Tage hat, wurde
gebraucht, weil man in der künstlerischen Umsetzung die Erschaffung von Mensch und Tieren trennte, erklärt Nicole Lohse, die Lehrerin, zu deren Unterricht so viel Haarspray herangeschafft werden musste. Das Klebrige aus der Sprühdose fixierte die Schriftzüge aus aufgestreutem Goldflitter. Jeweils vier Jugendliche arbeiteten an einer Kollage. „Es war faszinierend, die Entwicklung einzelner Schüler bei der künstlerischen Arbeit zu beobachten. Auf einmal gelang es, individuelle Befindlichkeiten, Probleme mit Mitschülern in den Hintergrund zu stellen, da der Aspekt der gemeinsamen Gestaltung in den Vodergrund rückte“, unterstreicht sie den Prozess des sozialen Lernens.
„Spaß gemacht“ habe es, versichern die jungen Künstlerinnen Janina Scharf (11) und Sandra Müller (11). Nicht weniger engagiert bei der Sache waren Ali Ugur (13) und Mehmet Efetürk (11), letzterer zuständig für die Schmetterlinge im Gennet, wie das Paradies im Koran heißt. Die Schüler der Goethe-Schule steuerten zu der Ausstellung zwei zusätzliche Plakate bei, die die Vorstellungen vom Paradies aus Sicht der muslimischen Tradition darstellen. Dazu passten, angeführt vom betreuenden Lehrer Christian Seydel, die in türkischer und deutscher Sprache von Schülerinnen und Schülern vorgetragenen Reime des berühmten Dichters Junus Emre.
12. Mai 2011
Bischof Ackermann feiert internationalen Soldatengottesdienst in Koblenz
Anlässlich des Weltfriedenstages hat der Trierer Bischof Dr. Stephan Ackermann am 12. Mai in der Basilika St. Kastor in Koblenz einen internationalen Soldatengottesdienst gefeiert. Militärdekan Monsignore Dr. Rainer Schnettker, Leiter des Katholischen Militärdekanates Mainz, erklärte, normalerweise finde der Soldatengottesdienst während der Heilig-Rock-Tage in Trier statt. Da im Zugehen auf die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012 das Bistumsfest aber in diesem Jahr ausgesetzt sei, habe man sich im Rahmen der Bundesgartenschau in Koblenz getroffen. Zu den Gottesdienstbesuchern gehörten außer mehreren Hundert Soldatinnen und Soldaten mit ihren Angehörigen auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck und der Koblenz Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig. Neben Schnettker und Pfarrer Helmut Kusche als Hausherr der Basilika feierten zahlreiche Geistliche aus dem Dekanat Koblenz sowie der Militärseelsorge den Gottesdienst mit, der vom Heeresmusikkorps 300 und Professor Heinz A. Höhen an der Orgel musikalisch gestaltet wurde.
Bischof Ackermann (Mi.) überreicht Jürgen Strohe vom Militärdekanat im Beisein von Militärdekan Schnettger (li.) und Pfarrer Kusche (re.) eine Pilgerfahne zur Heilig-Rock-Wallfahrt 2012.
Bischof Ackermann erklärte, der Gottesdienst werde im Anliegen und als Gebet um Frieden gefeiert. Friede sei das Werk und die Frucht der Gerechtigkeit, zitierte er den Propheten Jesaja. „Wir wollen uns dafür einsetzen, dass die Welt gerechter wird“, forderte er die Gläubigen auf. In seiner Predigt griff Ackermann das Schlussbild der Bibel auf, das von der „neuen Stadt“ spricht. Das sei das Zielbild des Glaubens: „Die Harmonie zwischen Gott und Mensch, zwischen Mensch und Mensch, zwischen Mensch und Schöpfung“. Es sei wichtig, dass es visionäre Ziel- und Gegenbilder gebe, betonte Ackermann: „Nur durch eine Sachpolitik wird die Welt sich nicht zum Besseren wenden.“ Für Veränderungen brauche es die Kraft der Bilder. So gelte es auch bei der anstehenden Reform der Bundeswehr, Ziele zu bestimmen, die Aufgaben neu zu definieren. Auch die Bundesbürger müssten sich fragen: „Wofür wollen wir Leben
riskieren, Leben opfern?“ Es brauche einen größeren Horizont der Sinngebung: „Wofür stehen wir ein?“ Das gelte in ähnlicher Weise auch für die Kirche. Eine „Glaubensrekrutierung“ gebe es nicht mehr: „Wir sind herausgefordert zu schauen, wo wir stehen.“
Mit Blick auf die Bemühungen um Frieden machte der Bischof den Gottesdienstbesuchern Mut: Wenn der auferstandene Jesus den Jüngern begegne und ihnen sage „Friede sei mit euch“ oder - wie es in verschiedenen Übersetzungen heiße - „Friede euch“, sei dies nicht nur eine Hoffnung, sondern eine Zusage. „Für Christen ist der Friede die Gabe von Jesus Christus; der Friede, der durch die Niederlage hindurchgegangen ist zum Sieg – das ist der Friede von Ostern.“ Am Ende des Gottesdienstes lud Bischof Ackermann zum geistlichen und spirituellen Zugehen auf die Heilig-Rock-Wallfahrt vom 13. April bis 13. Mai 2012 in Trier ein und überreichte Jürgen Strohe vom Katholischen Militärdekanat Mainz eine Pilgerfahne.
Am Rande des Gottesdienstes hatte die Basisgruppe Koblenz der internationalen Friedensbewegung Pax Christi demonstriert. In einem offenen Brief an Bischof Ackermann, den die Demonstranten verteilten, hieß es: „Die enge Verknüpfung von Kirche und Militär, wie sie hier zum Ausdruck kommt, halten wir für problematisch und befürchten, dass die biblische Friedensbotschaft mit politischen Interessen kurzgeschlossen wird. Dann aber wird Frieden gepredigt und Krieg gesegnet. Dagegen melden wir unseren Widerspruch an.“
11. Mai 2011
Heilig-Rock-Wallfahrtsleiter feiert Gottesdienst bei „Kirche auf der BUGA“
Die Heilig-Rock-Wallfahrt zu Gast auf der Bundesgartenschau: Am 8. Mai hat der Leiter der Heilig-Rock-Wallfahrt 2012, Monsignore Dr. Georg Bätzing, den Sonntagsgottesdienst beim ökumenischen Projekt „Kirche auf der BUGA“ gefeiert. Der Gottesdienst, der von über 100 Bundesgartenschau-Gästen besucht wurde, stand unter dem Wallfahrtsleitwort „und führe zusammen, was getrennt ist“.
Wallfahrtsleiter Dr. Georg Bätzing
Bätzing betonte in seiner Predigt, der 8. Mai erinnere die Deutschen in beschämender Weise daran, dass in der Welt Spannungen, Unversöhnlichkeiten, Zerrissenheit und Streit herrsche. Denn am 8. Mai 1945 fanden mörderische Kriegsjahre ein Ende: „Die Früchte der diabolisch spaltenden Ideologie der Nazis wurde nun erst in vollem Ausmaß ansichtig. Sie hatte Keile getrieben zwischen Deutsche und ihre Nachbarvölker in Europa, zwischen Deutsche und Deutsche, nur weil die einen Juden waren oder Sozialisten oder Christen oder Menschen mit Behinderungen.“ Trotzdem hätten wenige Jahre später die europäischen Nachbarn die Hand zur Versöhnung ausgestreckt. „Sie werden wohl nie vergessen, aber sie konnten doch vergeben. Versöhnung und Einheit sind menschenmöglich, wenn auch längst nicht so alltäglich wie Spaltung und Zerrissenheit.“ Als Beispiele nannte der Wallfahrtsleiter die seit dem 11. September 2001 offenkundig gewordenen
Spannungen zwischen Weltreligionen und ihrem Menschenbild und Weltverständnis. „Frieden zwischen den Religionen, Einheit in Verschiedenheit christlicher Konfessionen und weite Toleranz innerhalb unserer eigenen katholischen Glaubensgemeinschaft sind nicht der Normalfall, sondern ganz oft ein mühseliges Unterfangen, das langen Atem, hohe Frustrationstoleranz, Geduld und immer neue Anläufe fordert angesichts der Hürden, die den gemeinsamen Weg oft unerwartet blockieren.“ Bätzing nannte auch die innere Zerrissenheit vielen Menschen, die am Burn Out-Syndrom litten. Er sehe das als ein prägendes „Wasserzeichen unserer Situation als Menschen in einer hoch technisierten Leistungsgesellschaft, die Menschen vor sich her treibt und für sich in den Dienst nimmt, statt einem guten Leben dienlich zu sein“.
Bätzing schlug einen Bogen zum Leitwort der Heilig-Rock-Wallfahrt vom 13. April bis 13. Mai 2012 „und führe zusammen, was getrennt ist“. „Das ist der Auftrag, den Jesus von seinem himmlischen Vater vernommen hat“, sagte Bätzing. Jesus wolle die Menschen zum Glauben führen, das bedeute, dass die Menschen in einer lebendigen Beziehung zu Gott stehen und aus dieser Beziehung heraus ihr Miteinander gestalten. „Um Getrenntes zusammenzuführen, war Jesus bereit, die Folgen von Spaltung, Trennung, Misstrauen und Hass selbst zu ertragen. Er zahlte den Preis für die Zerrissenheit dieser Welt und erkaufte uns eine neue Form von Einheit, Gemeinschaft und Frieden.“
Die Tunika Christi, die im Trierer Dom aufbewahrt und verehrt und bei der kommenden Wallfahrt wieder gezeigt werde, sei ein „Sinnbild dieser Einheit“ und ein „Erinnerungszeichen“. Bätzing gab den Gottesdienstbesuchern das Leitwort als Stoßgebet mit auf den Weg, denn: „Er, der den Tod hinter sich gelassen hat, er will uns sammeln, versöhnen, über Mauern und Grenzen hinweg zu Einheit und Friede führen. Er will es – und er kann es, denn er ist unser Gott.“
6. Mai 2011
Kirche auf der BUGA zeigt Ausstellung zum Heiligen Rock
„nüchtern kühn heilig. Eine Annäherung an den Heiligen Rock“: Unter dieser Überschrift stellen derzeit acht Künstlerinnen und Künstler aus Koblenz-Ehrenbreitstein in der Koblenzer Festungskirche ihre Werke aus. Der Heilige Rock, die Tunika Jesu Christi, ist die bedeutendste Reliquie des Trierer Doms. Dort wird er verschlossen und nicht sichtbar aufbewahrt. Am 5. Mai, dem Vorabend der Eröffnung des Jahres der geistlichen Vorbereitung auf die Heilig-Rock-Wallfahrt 2012, fand die Vernissage zu der Ausstellung statt, die Teil des ökumenischen Projektes „Kirche auf der Bundesgartenschau 2011“ ist.
Neben den ausstellenden Künstlern Anja Bogott, Andreas Bruchhäuser, Anneliese Geisler, Gabriele Goehlen, Evelyne Knobling, Gudrun Lüpke, Andreas Rauland und Christian Zsagar konnte Pfarrer Sven Dreiser, evangelischer Projektleiter von „Kirche auf der BUGA“, auch Wallfahrtsleiter Dr. Georg Bätzing aus Trier und den Koblenzer Kulturdezernenten Detlef Knopp unter den über 100 Gästen begrüßen. Dreiser sagte, die Künstlerinnen und Künstler hätten sich seit den ersten Gesprächen zu der Ausstellung auf einen spannenden Weg gemacht und stellten heute ihre ganz persönlichen Annäherungen an den Heiligen Rock vor. „Der Dialog zwischen Kunst und Religion lebt von Annäherung und eben nicht von gegenseitiger Infragestellung.“
Micha Flesch, Kulturbeauftragter des Bistums Trier, erklärte, Glaube und Kunst seien ursprünglich miteinander verbunden. „Denn beide, der Glaube beziehungsweise Nicht-Glaube – der ja auch eine Glaubensform ist – und die künstlerische Tat entstammen der Mitte des Menschen.“ Beides geschehe in geistiger Freiheit und beides bedinge einander: „Kein Glaube ohne Kunst und keine Kunst ohne einen Glauben.“ Flesch erinnerte daran, dass der Heilige Rock über viele Jahre und Jahrzehnte, „immer wenn die Zeiten unsicher waren“, auf der Festung Ehrenbreitstein in Sicherheit verwahrt wurde. Das Leitwort der kommenden Wallfahrt „und führe zusammen, was getrennt ist“ fordere den Betrachter auf, sich mit den Werken auseinanderzusetzen. Das bloße Hinschauen könne dazu führen, dass Glaube und Kunst nicht mehr hinterfragt würden: „Es braucht aber die Diskussion, ein Sehen darauf, was dahinter
steht.“
Wallfahrtsleiter Bätzing zeigte sich angetan von der Ausstellung und den unterschiedlichen Perspektiven, mit denen sich die Künstlerinnen und Künstler in das Thema hineingedacht hätten: „Die Ausstellung regt zum Nachdenken an.“
Die Werke der Ehrenbreitsteiner Künstlerinnen und Künstler sind noch bis zum 22. Mai in der Festungskirche zu sehen. Die Vernissage war musikalisch vom Trio „café noir“ begleitet worden.
5. Mai 2011
Kirche auf der BUGA 2011: Ausstellungsreihe „...ab ins Paradies!?“ eröffnet
Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 c und e des Max-von-Laue
Gymnasiums in Koblenz haben am 4. Mai im Rahmen des ökumenischen Projektes
„Kirche auf der BUGA 2011“ die Ausstellung „Vom Weltgericht zum Paradies“ in der Basilika St. Kastor eröffnet. Zu sehen sind Beispiele dafür, wie Menschen im
Mittelalter zwischen Weltfurcht und Zuversicht geglaubt und gelebt haben. Ergänzt
wird die Ausstellung durch persönliche Paradies-Kollagen und -Bilder der Schüler.
„Auf meinem Bild sind Wassertropfen, weil ich gerne schwimme, meine Eltern, eine Gitarre und ein Hund“, berichtet Tibor Klein (13). Jana Weber (12) empfindet ihren liebsten Urlaubsort als paradiesisch, ihren Garten und den Fluss am Schlosspark. Ein anderer Schüler hat sein Bett fotografiert. Nina Hahn (13) zeigt ihr Zuhause, den Garten und viele Tiere. Zusammen mit ihrem Lehrer für katholische Religion, Bernhard Fröhlich, haben die Siebtklässler über viele Monate am Thema „Mittelalter“ gearbeitet. Fröhlich lobte seine Schülerinnen und Schüler „für den langen Atem seit Oktober“ und wünschte ihnen „Mut zur Freiheit und Kraft zur Solidarität auf ihren Lebensweg“.
Schüler der benachbarten Diesterweg-Förderschule beeindruckten bei der
Vernissage mit ihrem HipHop „Koblenz unser Paradies – Viele bunte Blumen auf der grünen Wies“.
Die Ausstellung ist noch bis zum 15. Mai täglich im südlichen Querschiff der Basilika St. Kastor zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Mit dem Projekt „…ab ins Paradies!?“ hat „Kirche auf der BUGA 2011“ Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulformen eingeladen, sich kreativ mit dem Begriff „Paradies“ zu beschäftigen. Termine für die folgenden neun Ausstellungen mit Bildern, Texten, Installationen und Aktionen sind unter www.kirche-buga2011.de zu finden.
