September
28. September 2011
Vernissage der Ausstellung „Paradies im Karton“
Das Meer ist aus Krepppapier. Die Fische aus Filz. Und ihre Familie hat die 11-jährige Merle aus Salzteig gemacht. Merles Karton zeigt, was für sie das Paradies ist: ein Urlaub mit ihrer Familie. „Das gibt mir Wärme und Geborgenheit“, sagt sie. Merles Werk ist Teil der Ausstellung „Mein Paradies im Karton“, die am 27. September ihre Vernissage feierte. Sie zeigt Arbeiten der Schülerinnen der Klasse 6b der Schönstätter Marienschule in Vallendar. Bis zum Ende der Bundesgartenschau am 16. Oktober ist die Ausstellung in der Reihe „ab ins Paradies..!?“ der „Kirche auf der BUGA“ noch in der Basilika St. Kastor in Koblenz zu sehen.
Rund vier bis fünf Wochen haben die Sechstklässlerinnen an ihren Paradiesvorstellungen gearbeitet, die sie jeweils in einem Karton darstellten. „Der Karton ist die Bühne für das Paradies“, erklärt die Klassen- und Kunstlehrerin Cornelia Plath. Zudem würden alle Werke der Schülerinnen die gleiche Atmosphäre zeigen: „Sie spiegeln Ruhe wieder, eine friedliche Gegend, die auch zum Entspannen einlädt.“
So zeigt etwa das Werk der 12-jährigen Julia eine Bergwelt mit Seen. „Denn in meinem Paradies kann ich die schöne Natur erleben“, sagt Julia. Und im Karton der 12-jährigen Lea ist eine Hecke aus kleinen Hölzstäbchen zu sehen, mit Stoffblümchen. „Es hat mir Spaß gemacht zu basteln“, sagt Lea, „und anderen zeigen zu können, wie ich mir mein Paradies vorstelle“.
Beim Schülerprojekt „Ab ins Paradies…“ der „Kirche auf der BUGA 2011“ zeigen Schulen aus Koblenz und Umgebung in wechselnden Ausstellungen ihre Arbeiten zum Thema Paradiesbilder. Insgesamt haben sich zwölf Schulen an dem Projekt beteiligt.
22. September
Engel begleiten uns: Letzte Vernissage in Festungskirche
120 Stühle haben bei weitem nicht ausgereicht. Sowohl die Besucherzahl als auch das Programm toppten alle bisherigen Vernissagen in der Festungskirche auf der Festung Ehrenbreitstein. Selbst die Projektleiter des ökumenischen Projekts „Kirche auf der BUGA“, Pastoralreferent Kalle Grundmann und Pfarrer Sven Dreiser, waren mit ihrem Team überrascht über die Kreativität der Akteure. So wurde die Eröffnung der Schau „Engel begleiten uns“ zum krönenden Abschluss eines viel beachteten Veranstaltungsreigens.
Der Künstler Georg Ahrens vor einer seiner Engelsskulpturen
Die Gemeinschaftsausstellung der Werke des Künstlers Georg Ahrens (Weibern/Eifel) und der kunsttherapeutischen Arbeiten des Brüderhauses Saffig sowie der Klinik Nette-Gut der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach wird den Besuchern der Bundesgartenschau in Koblenz noch bis zum 12. Oktober offen stehen. „Das sind Engel“, sagt Georg Ahrens vor zwei monumentalen Basaltskulpturen. Die Erklärung ist hilfreich, denn vom Figuralen hat sich der Bildhauer längst verabschiedet. Und doch: Jeder seiner Engel hat einen Kopf. Winzig ist er und bedeutet in der Proportion, wie gigantisch das Dargestellte ist. Ahrens setzt die natürliche Struktur des Materials und die technische Struktur der Bearbeitung in Gegensatz. So entstehen Spannung und Lebendigkeit.
So wie Engel einem begegneten, unerwartet und überraschend, so erklärt Ahrens, breiteten sie ihre Flügel über der Arbeit des Künstlers aus. Eines Tages - Ahrens fertigte kleine Skulpturen als Bewegungsstudien, Menschen im Gehen, Sitzen, Liegen - entstand unter seinen Händen plötzlich eine Figur mit Flügeln. „Komisch“, fand er zuerst, doch dann entpuppte sich das Thema Engel für die folgenden Jahre als sehr „reichhaltig“ und Quell seiner Inspiration.
Viel Arbeit, aber auch viel Spaß
Ahrens’ Engel, so Laudator Markus Groß-Morgen, Leiter des Dom- und Diözesanmuseums in Trier, sind der subjektive Versuch, sich dem Wesen der Engel als letztlich unfassbarer spiritueller Erscheinung anzunähern. „Daher auch der äußerst sparsame Einsatz seiner bildhauerischen Mittel, bei dem es nur weniger Formen und Zeichen bedarf, um Spirituelles sichtbar zu machen.“ Engel seien für Georg Ahrens eine geistige Macht, sagte Groß-Morgen, und „vielleicht hat er gerade deshalb den Stein gewählt, um das Machtvolle ihrer Erscheinung darzustellen“. Diese Engel „wollen sich nicht einschmeicheln, sie machen es uns nicht leicht, man muss sich an diesen Engeln reiben. Und deshalb tun sie angesichts des heute vorherrschenden Engelsbildes so gut, sie heben sich positiv davon ab“, sagte Groß-Morgen.
Viel Arbeit, aber auch viel Spaß habe das Projekt „Engel“ den Patienten fast über ein ganzes Jahr gemacht, berichtet Dr. Frank Goldbeck, stellvertretender Ärztlicher Direktor, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Chefarzt der psychotherapeutischen Abteilung der Klinik Nette-Gut für Forensische Psychiatrie. Bei der kunsttherapeutischen Arbeit ging es darum, innere Engelbilder mit all ihren emotionalen, religiösen und psychologischen Aspekten nach außen ins Bewusstsein zu heben.
Hoffnung, Selbsterkenntnis, Freude
Sehr viel mehr Bilder als in der Ausstellung zu sehen sind, wurden gefertigt. Die Ideen und Vorstellungen, die die Patienten mit Engeln verbanden, sprudelten nur so. Der Engel als Schutzengel, der Engel, der Trost gibt, der Hoffnung verbreitet. In der thematischen Auseinandersetzung tauchten aber auch Fragen auf wie: Wer hat eigentlich Schutzengel in einer Täter-Opfer-Beziehung? Tun Engel immer nur Gutes? Viel Gutes und schönste Unterhaltung boten bei der Vernissage die kunsttherapeutische Gruppe unter Leitung von Edith Neel, die Theatergruppe von Cornelia Marbach-Praml, die musiktherapeutische Gruppe von Lobke Spencer-Ries sowie der Geiger aus Saffig. Das Publikum wurde im Laufe des Programms mit leuchtenden Lichtern zum Weiterreichen versorgt. Hoffnung, Selbsterkenntnis und Freude waren die Themen der gelungenen szenischen Darbietungen.
Auf den Bildern tauchen Engel meist, aber nicht immer, als positive Erscheinung auf. Dem Guten steht das Böse gegenüber. „Tage der dunklen Nächte“ ist so zum Beispiel ein Gemälde betitelt, das einen brennenden Atommeiler und in dessen Rauch eine Teufelsfratze zeigt, gegen die die guten Mächte mit Meereswogen ankämpfen. Am Abgrund, der Sündenfall, Kaffeepause, Engel beim Gekreuzigten, Engel abstrakt auf Blau, Lichtbringer oder Engel in roten Kreisen sind einige weitere Titel der sehenswerten Arbeiten.
18. September
Kirche auf der BUGA präsentiert Posaunentag in Koblenz
Blasinstrumente spiegeln dunkle Wolken, Notenblätter verformen sich im Regen, aber die Simmung ist gut. Drei Landesposaunenwarte dirigieren die schier unüberschaubare Menge an rheinischen, hessen-nassauischen und pfälzischen Blechbläserinnen und Blechbläsern auf dem Schlossplatz der Festung Ehrenbreitstein, und es entsteht - fast immer - ein Klangteppich, der harmonischer kaum sein könnte.
Im Bild vorne (v.l.): Pfarrer Sven Dreiser und Bischof Dr. Markus Dröge; dahinter Landesposaunenobmann Pfarrer Friedemann Schmidt-Eggert, Landeskirchenmusikdirektor Ulrich Cyganek und Oberkirchenrätin Barbara Rudolph.
Foto: catalyzer photography/M. Firges
Rund 1.000 Musikerinnen und Musiker haben am Sonntag gemeinsam den evangelischen Eröffnungsgottesdienst und die abschließende Serenade beim "Rheinischen Posaunentag auf der Bundesgartenschau in Koblenz" mitgestaltet. Zum abschließenden Segen zeigte sich dann auch die goldene Abendsonne.
In seiner Predigt wies der Berliner Bischof Dr. Markus Dröge auf die Gemeinsamkeiten zwischen dem Leitwort des Posaunentages, dem Jesus-Jünger Petrus und heute lebenden Menschen hin: "Wir kommen zusammen mit unseren eigenen Geschichten, 'zwischen Höhenflügen und Untiefen', mit unseren Leidenschaften und Enttäuschungen, mit unserm Mut über manche Wasser zu gehen aber auch mit unserer Angst, zu versinken." Der Klang der Blasinstrumente vermöge es, sämtliche dieser Stimmungen aufzunehmen.
Seit der Eröffnung der Bundesgartenschau seien "nur begeisterte Stimmen aus Koblenz" an sein Ohr gedrungen: "Die BUGA ist ein voller Erfolg und die kirchlichen Angebote strahlen Freude aus, sicherlich auch, weil sie in herzlicher ökumenischer Gemeinschaft gestaltet werden." In seiner Zeit als Koblenzer Superintendent hatte Markus Dröge selbst noch engagiert an der Konzeption des Projektes "Kirche auf der BUGA" mitgearbeitet.
Den ganzen Tag über präsentierten kleinere Ensembles ihr musikalisches Können auf dem gesamten Gelände der BUGA. Ob Symphonisches Blasorchester, Dorf-Kappelle, Blechbläserkammermusik oder Big-Band - unterschiedlichste Blechbläser-Formationen spiegelten zur Freude der BUGA-Besucher das breite Repertoire und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten ihrer Instrumente wider.
Sven Dreiser, evangelischer Projektleiter von "Kirche auf der BUGA" behielt am Ende des Tages Recht: "Die Mauern der Festung sind nicht - wie damals die in Jericho - eingestürzt. Diese Musik hat Brücken der Begegnung gebaut!“
Der Rheinische Posaunentag wurde veranstaltet vom Posaunenwerk der Evangelischen Kirche im Rheinland unter der Leitung von Landesposaunenwart Jörg Häusler, dem Landesverband Evangelischer Posaunenchöre in der Pfalz unter der Leitung von Landesposaunenwart Traugott Baur und dem Posaunenwerk in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau unter der Leitung von Landesposaunenwart Johannes Kunkel.
Posaunentag: „Kirche auf der BUGA“ erwartet 1.000 Blechbläser in Koblenz
Den „Posaunentag auf der Bundesgartenschau“ präsentiert das ökumenische Projekt „Kirche auf der BUGA“ am Sonntag, den 18. September. Erwartet werden gut 1.000 Blechbläserinnen und -bläser aus den drei evangelischen Landeskirchen und Posaunenwerken auf rheinland-pfälzischem Gebiet.
Sind gespannt auf den Posaunentag zum Thema „Von Untiefen und Höhenflügen“ (v.l.): Pfarrer Friedemann Schmidt-Eggert (Landesobmann der evangelischen Posaunenarbeit im Rheinland), Pastoralreferent Kalle Grundmann (Projektleiter „Kirche auf der BUGA“) und Jörg Häusler (Landesposaunenwart für den Süden der Evangelischen Kirche im Rheinland).
Projektleiter Kalle Grundmann freut sich besonders auf den evangelischen Festgottesdienst zum Auftakt des Tages mit Dr. Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und ehemaliger Koblenzer Superintendent, um 11 Uhr auf dem Schlossplatz der Festung Ehrenbreitstein: „Markus Dröge ist auch ein bisschen unser Bischof in Berlin“, meint Grundmann. Der Theologe habe sich in seiner Koblenzer Zeit besonders um die Ökumene verdient gemacht, „deshalb denke ich, dass auch viele katholische Christen kommen werden, um seine Predigt zu hören.“ Auch die typisch evangelische Tradition der Posaunenchöre biete an diesem Tag „erneut Gelegenheit, die Vielfalt unserer Kirchen darzustellen und besser kennenzulernen.“
Anschließend gibt es ein „vielfarbiges Musikprogramm“ mit ausgewählten Ensembles. Der süd-rheinische Posaunenwart Jörg Häusler hofft, „dass das gesamte BUGA-Gelände am Nachmittag erklingt. Es gastieren ganz unterschiedliche Blechbläser-Formationen, die das breite Repertoire und die vielfältige Verwendungsmöglichkeit der Instrumente widerspiegeln. So sind neben Kammermusikensembles eine BrassBand, eine BigBand, ein Symphonisches Blasorchester und eine Dorfkapelle zu hören.“
„Wir haben mit ‚Von Untiefen und Höhenflügen’ ein vieldeutiges Leitwort für unseren Posaunentag gefunden“, erklärt der rheinische Landes-Posaunenobmann, Militärpfarrer Friedemann Schmidt-Eggert. „Die Blechblasinstrumente erreichen mit ihren Tönen höchste Höhen und tiefste Tiefen. Zusammen mit den verschiedensten Musik-Stilen bringen sie damit theologisch zum Ausdruck, dass Gott in allen denkbaren Lebenslagen mitgeht. Und auch geografisch betrachtet passt das Motto: Wir musizieren sowohl unten am Rhein als auch auf den Höhen der Festung Ehrenbreitstein.“
Der Tag klingt aus mit einer Serenade um 17 Uhr auf dem Schlossplatz der Festung.
Einen Vorgeschmack auf den Posaunentag gab es bereits am Freitag in der Koblenzer Florinskirche: „Buccinate Deo“, das Auswahl-Blechbläserensemble des Posaunenwerks der Evangelischen Kirche im Rheinland, musizierte unter der Leitung von Landesposaunenwart Jörg Häusler im Rahmen eines stimmungsvollen Programms mit geistlichen Liedtexten von und mit Eckart Bücken sowie Tanz (Esther Bücken) und Zauberei (Maya Hasenbeck).
Weitere Infos auch unter: www.buga-posaunentag.de
8. September
Vernissage der Ausstellung: Komm ins Paradies
Ein Modell geht über den Laufsteg. Es trägt einen langen roten Rock und ein knappes grünes Oberteil. Die Frau ist schön und berühmt. Doch alles ist Fassade. Eine Sehnsucht. Ein Traum. Ihr gegenüber ist die Wirklichkeit zu sehen: eine junge Frau, die an Essstörungen leidet. Beide Frauen sind aus Ton. Die Figuren sind Teil eines Werkes der Ausstellung „Komm ins Paradies. Sehnsucht. Verführung. Traum und Wirklichkeit“, die am 7. September in der St. Kastor Kirche in Koblenz ihre Vernissage feierte. 26 Schülerinnen und Schüler des Grundkurses Kunst des Marion-Dönhoff-Gymnasiums in Lahnstein präsentieren hier ihre Auseinandersetzung mit dem Thema Paradies. Bis zum 26. September sind die Werke zu sehen, die in der Reihe „Ab ins Paradies..“ des ökumenischen Projekts „Kirche auf der BUGA“ ausgestellt werden.
„Die Botschaft des Werkes mit dem Modell ist, dass jeder und jede bleiben soll, wie sie selbst sind“, erklärt die 17-jährige Lena Hammer ihre Arbeit, die sie in Zusammenarbeit mit zwei anderen geschaffen hat. Das Paradiesische an ihrem Werk sei der Traum und die Sehnsucht berühmt zu sein, die aber im Gegensatz zur Wirklichkeit stehe. Mit dem Motiv der Sehnsucht arbeitete auch Daniel Bielesch. Gemeinsam mit drei Klassenkameraden arbeitete er an einer Audiocollage. Dabei schnitten sie Werbesendungen zusammen, die ihrer Meinung am unrealistischsten deren Produkte anpriesen. „In der Werbung gibt es viele falsche Versprechungen“, sagt der 17-Jährige. „Sie spielen mit den Sehnsüchten der Menschen und bieten paradiesähnliche Zustände.“
Ein halbes Jahr lang haben die Zwölftklässlerinnen und –klässler ihre Werke vorbereitet. Entstanden sind sie unter der Leitung der Kunstlehrerin Konstanze Liefke. „Für uns war die Auseinadersetzung mit dem Paradies ein ideales Thema“, erklärt Liefke. In der Kunstgeschichte würde es vielerorts auftauchen. Nur die Bedeutung des Paradieses hätte sich gewandelt. „Früher wurde es von seiner religiösen Seite betrachtet. Heute nehmen Schüler das Paradies anders wahr.“ Und als sie vorgeschlagen habe, sich an der Ausstellungsreihe „Ab ins Paradies..“ zu beteiligen, so Liefke, „da sprudelte es bei den Jugendlichen“.
Beim Schülerprojekt „Ab ins Paradies…“ der „Kirche auf der BUGA 2011“ zeigen Schulen aus Koblenz und Umgebung in wechselnden Ausstellungen ihre Arbeiten zum Thema Paradiesbilder. „Kirche auf der BUGA 2011“ ist ein gemeinsames Projekt der Evangelischen Kirche im Rheinland und des Bistums Trier. Das komplette Programm ist im Internet unter www.kirche-buga2011.de zu finden. Informationen gibt es auch in der Geschäftsstelle des ökumenischen Kirchenprojektes, Tel.: 0261-97349124, E-Mail info@kirche-buga2011.de
